Umwelt

von Anna Pause

Frankfurts Natur ist vielfältig, der Grüngürtel ummantelt den Kern unserer Stadt, während Main und Nidda sich als Lebensadern hindurchschlängeln. Der Stadtwald, Seen und Parks ermöglichen eine erholsame Auszeit vom Großstadttreiben. All das gilt es zu bewahren und auszubauen, um Frankfurt zu einer liebens- und lebenswerten Stadt zu machen.

Plastikmüll und die Natur

In Frankfurt ist leider an beinahe jedem Ort festzustellen, dass es unterschiedliche Theorien darüber gibt, wie sich Müll in die dafür vorgesehenen Eimer bewegt. Von optimistischem Denken „Der Müll wird seinen Weg schon finden“ bis zu „Jemand anderes wird so freundlich sein es für mich wegzuräumen“ ist wohl alles dabei. Müll sieht nicht nur unschön aus, sondern ist eine ernste Gefahr für unsere Natur. Das liegt zum einen daran, dass Tiere in den Resten Nahrung suchen und darüber größere Mengen Plastik zu sich nehmen. Neben den weniger sichtbaren Auswirkungen auf deren Gesundheit kann das bis hin zum Erstickungstod führen. Besonders gefährdet sind davon in unserer Stadt Vögel. Viele unserer Mülleimer haben deswegen eine Vogelschutzklappe, das setzt allerdings voraus, dass der Müll dort hineingeworfen wird.

Muelltuete im See

Dass Plastikmüll generell soweit wie möglich vermieden werden sollte, wissen wir seit Bildern von Schildkröten mit Strohhalmen im Magen und dem Aufkommen der Debatte über Mikroplastik (Plastik unter 5 mm Größe). Kaum vorstellbar, dass wir Menschen in einer so kurzen Zeitspanne Tonnen von Plastikmüll in die Ozeane gespült haben und damit verantwortlich für ein Massensterben bei einzigartigen Meerestieren sind. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ funktioniert mit Plastik eben nicht. Denn fressen Tiere Plastik, reichert sich dieses im Körper an. Wenn Menschen dann diese Tiere essen, nehmen sie ebenfalls Plastik auf. Plastik wird leider nur sehr langsam abgebaut und enthält Zusatzstoffe wie Weichmacher, die auch für den Menschen nicht gesund sind. Gegen Plastikmüll in der Natur hilft deswegen am besten, wenn wir es von vornherein vermeiden. Dazu können z. B. für den Gemüseeinkauf eigene wiederverwendbare Netze mitgebracht werden und nur Kosmetikprodukte ohne Mikroplastik gekauft werden. In Frankfurt gibt es neben den offiziellen Entsorgungsunternehmen außerdem immer wieder ehrenamtliche Einsätze bei denen gemeinsam Spielplätze und Parks von Müll befreit werden. Vielen Dank dafür!

Artenvielfalt

So verschieden die Biotope in Frankfurt sind, so verschieden ist auch das Leben in ihnen. Stockenten und Schwäne auf dem See, Eichhörnchen in den Bäumen, Fische in unseren Gewässern und Insekten auf den Wiesen, all das meint Artenvielfalt. Die Artenvielfalt zu bewahren ist eine wichtige Aufgabe, auch in der Stadt. Leider hat das Insektensterben in den letzten Jahren wahrscheinlich jeder selbst beobachtet. Konnten wir noch vor wenigen Jahren zahlreiche verschiedene Schmetterlingsarten beobachten ohne aktiv nach ihnen zu suchen, freuen wir uns heute über die Sichtung vereinzelter Falter. Auch die leeren Winschutzsscheiben nach einer Autofahrt sind ein sichtbarer Beweis für das Sterben unserer heimischen Insketen. Durch die Presse ist insbesondere das Bienensterben in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Betroffen sind aber ebenso Hummeln, Käfer und andere Insekten. Das hat immense Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem, uns fehlen zunehmend natürliche Bestäuber für die Blüten, wodurch Ernteerträge sinken könnten. Außerdem sind Insekten wiederum die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vogelarten, ihnen steht weniger Futter zur Verfügung. Als Ursachen gelten u. a. die Verwendung von zu viel Stickstoffdünger sowie der Verlust von Hecken und Brachflächen.

Gegen das Insektensterben hilft es so viele Flächen wie möglich grün zu gestalten und Versiegelung durch Straßen zu vermeiden. Dazu kann jede und jeder beitragen indem der eigene Balkon, die Terrasse oder der Innenhof bepflanzt wird. Besonders Insektenfreundlich sind Frühblüher wie Krokusse, aber auch Wildwiesen/-ecken. Außerdem sollten so viele Bäume wie möglich erhalten bleiben, dazu gehört auch die Pflege des Stadtwalds.

An der Nidda und anderen Gewässern haben sich erst kürzlich die neuen Frankfurter Bewohner namens Nutria niedergelassen. Nutria gehören zu den Nagetieren und ähneln ein wenig den Bibern, tatsächlich gehören sie jedoch zur Unterfamilie der Stachelratten. Sie stammen eigentlich aus Südamerika, wegen der anderen Klimabedingungen ist noch unklar inwiefern sie sich langfristig in Deutschland ansiedeln können. Die auf den ersten Blick putzigen Tiere verbreiten sich schnell und führen leider zu verschiedenen Schäden an Wasseranlagen. In Frankfurt ist oft zu beobachten, dass Nutria entgegen des Verbots gefüttert werden. Die Tiere verlieren dadurch ihre natürliche Scheu vom Menschen und können zudem bei falscher Nahrung ernste Beschwerden entwickeln.

Nutria

Luftqualität in Frankfurt

Luftqualität und Gesundheit hängen zusammen, dennoch sind die meisten Städte in Deutschland noch immer nicht fahrradfreundlich gestaltet. Feinstaub, Stickoxide und andere Gase belasten ab einer gewissen Konzentration unsere Gesundheit, deswegen ist es wünschenswert den ÖPNV und die Radwege besser auszubauen. Darüber hinaus helfen möglichst viele „grüne Lungen“ dabei die Gase in Sauerstoff umzuwandeln. Das alles geht nur gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, denn noch immer werden die Interessen der Autofahrenden zu oft denen der Radfahrenden vorgezogen.


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